Compliance-Dokumentation im Automotive-Bereich kostet Zeit. Wer ISO 26262 kennt, weiß das. Eine FMEA aufzusetzen, Sicherheitskonzepte zu strukturieren oder Anforderungen aus SOTIF abzuleiten ist aufwendig. Auch mit KI-Unterstützung fehlt oft der fachspezifische Rahmen. Die Automotive Skills Suite löst diesen Engpass: Sie bringt spezialisierte Claude-Code-Skills für Automotive-Engineering direkt in deinen Workflow.
Was ist die Automotive Skills Suite?
Die Automotive Skills Suite ist eine öffentliche Sammlung von Claude Code Skills, die für Fahrzeugentwicklung und Compliance-Arbeit entwickelt wurde. Der Fokus liegt auf den Standards, die in der Branche täglich zählen:
- ISO 26262: Functional Safety für elektrische und elektronische Systeme.
- ISO/SAE 21434: Cybersecurity in Automotive-Projekten.
- ISO 21448 (SOTIF): Safety of the Intended Functionality.
- AIAG-VDA: Qualitätstools wie APQP, PPAP und FMEA.
- Automotive SPICE: Prozess-Assessment für Software-Entwicklung.
Was das Projekt auszeichnet: Jeder Builder-Skill hat einen dazugehörigen Confirmation-Reviewer-Skill. Du erzeugst also nicht nur Inhalte. Du bekommst direkt eine strukturierte Überprüfung dazu. Dieses Prinzip ist im Automotive-Bereich entscheidend. Bei Audits zählt nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Nachweis des Prozesses.
Die Sammlung richtet sich an Engineers, die mit Compliance-Dokumentation arbeiten: Safety Manager, Systems Engineers, Qualitätsverantwortliche und alle, die vor Audits vollständige Unterlagen brauchen.
Wie richtest du die Skills ein?
Die Installation folgt dem Standard-Workflow für Claude-Code-Skills. Du lädst die Skill-Dateien aus dem Repository herunter und bindest sie in deine Umgebung ein.
# Repository klonen
git clone https://github.com/jherrodthomas/automotive-skills-suite.git
# Gewünschten Skill-Ordner in dein Projekt kopieren
cp -r automotive-skills-suite/iso26262-fmea-builder .claude/skills/
Nach der Einbindung rufst du den Skill als Slash-Command in Claude Code auf. Der Builder-Skill führt dich durch den Erstellungsprozess. Der Reviewer-Skill prüft das Ergebnis anschließend strukturiert nach.
Lies vor dem ersten Einsatz die README des jeweiligen Skills. Automotive-Skills erfordern oft spezifische Eingaben: Systemgrenzen, Sicherheitsziele oder vorhandene Anforderungslisten. Wer das vorbereitet, bekommt deutlich nutzbarere Ausgaben.
Praxis-Beispiel: FMEA mit Builder und Reviewer
Angenommen, du entwickelst eine neue Steuergeräte-Funktion und musst eine FMEA nach AIAG-VDA erstellen. Ohne Skill baust du die Tabellenstruktur manuell. Du formulierst Fehlerarten, Ursachen und Auswirkungen, vergibst Bewertungen und prüfst die Vollständigkeit selbst. Das dauert.
Mit dem FMEA-Builder-Skill gibst du die Systembeschreibung und die kritischen Funktionen ein. Die KI erstellt daraus eine strukturierte FMEA-Vorlage mit vorausgefüllten Feldern und Fehlermuster-Vorschlägen. Danach rufst du den FMEA-Reviewer-Skill auf. Er prüft die erstellte FMEA systematisch und zeigt, welche Felder unvollständig sind.
Der Zeitgewinn kommt nicht hauptsächlich beim Schreiben. Er kommt beim Überarbeiten. Automotive-Dokumente gehen typischerweise mehrere Runden, bis sie auditfähig sind. Wer häufige Lücken schon im ersten Durchgang schließt, spart genau diese Runden.
Wer ähnliche strukturierte Workflows für Engineering- und Analyseprojekte sucht, findet in der scientific-agent-skills Sammlung für Research und Analyse einen vergleichbaren Ansatz für wissenschaftliche Kontexte.
Wann lohnt sich die Sammlung?
Drei Szenarien, in denen die Automotive Skills Suite einen echten Unterschied macht:
Vor Audits und Assessments. Du brauchst in kurzer Zeit vollständige, strukturierte Dokumente. Die Skills helfen dabei, Lücken früh zu erkennen, bevor der externe Prüfer kommt.
In der frühen Entwicklungsphase. Safety- und Quality-Anforderungen schon beim Systementwurf einzubeziehen ist besser als sie nachträglich einzufügen. Die Builder-Skills unterstützen dich dabei, diese Überlegungen direkt zu dokumentieren.
Im kleinen Team ohne dedizierte Safety-Expertise. Nicht jedes Engineering-Team hat einen Safety-Manager vor Ort. Die Skills geben dir eine solide Struktur, ohne dass du alle Normen auswendig kennen musst.
Was die Sammlung nicht ersetzt: das Urteil einer zertifizierten Fachperson. Bei sicherheitskritischen Systemen nach ISO 26262 ist menschliche Expertise Pflicht. Die KI unterstützt dabei, Struktur und Vollständigkeit zu wahren. Die inhaltliche Verantwortung liegt bei dir.
FAQ
Muss ich alle Automotive-Standards kennen, um die Skills zu nutzen?
Ein Grundverständnis der jeweiligen Norm hilft. Du solltest wissen, was eine FMEA ist oder welche Ziele ISO 26262 verfolgt. Sonst kannst du die Ausgaben nicht richtig bewerten. Die Skills erleichtern die Dokumentation, ersetzen aber nicht das Fachverständnis.
Kann ich einzelne Skills an unternehmensinterne Vorgaben anpassen?
Ja. Skills sind textbasierte Dateien. Du kannst sie kopieren und an eigene Templates, Schreibweisen oder Prüfkriterien anpassen. Gerade bei Automotive-Prozessen gibt es oft unternehmensspezifische Ergänzungen zu den Normen. Das ist ausdrücklich vorgesehen.
Eignet sich die Sammlung auch für Zulieferer?
Ja, insbesondere wenn du Dokumente für OEM-Freigaben oder Automotive-SPICE-Assessments erstellst. Die Skills decken die Dokumentationsanforderungen ab, die Zulieferer in diesen Prozessen typischerweise brauchen. Der Builder-Reviewer-Ansatz ist dabei besonders nützlich, weil Zulieferer ihre Dokumente oft nachweisbar überprüfen müssen.
Die Automotive Skills Suite füllt eine Lücke, die viele Engineering-Teams kennen: Compliance-Dokumentation ist nötig, aber zeitaufwendig. Wer mit ISO 26262, FMEA oder Automotive SPICE arbeitet und Claude Code einsetzt, bekommt mit dieser Sammlung einen strukturierten Ausgangspunkt für auditfähige Dokumente.
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Marcel Porcher, newways.ai