Mit mehreren KI-Coding-Tools zu arbeiten hat einen Haken: Du konfigurierst jedes Tool neu. Du erklärst der KI wieder deinen Tech-Stack, deine Konventionen, deine Projektstruktur. Das kostet Zeit, und das muss nicht so sein.
Der agentic-stack löst genau dieses Problem. Mit einem portablen .agent/-Ordner nimmst du dein gesamtes KI-Setup mit, egal welches Tool du gerade öffnest.
Was ist der agentic-stack?
agentic-stack ist ein Open-Source-Framework mit einer klaren These: Dein Wissen gehört dir, nicht dem Tool. Statt Konfigurationen in einer proprietären Oberfläche zu speichern, legst du alles in einen einzigen Ordner, der im Repository lebt.
Der .agent/-Ordner enthält drei Arten von Dateien:
- Memory: Projektkontext, Tech-Entscheidungen, häufige Aufgaben
- Skills: Wiederverwendbare Anweisungen für spezifische Workflows
- Protocols: Regeln für Deployment, Code-Reviews oder Git-Abläufe
Das Framework unterstützt Claude Code, Cursor, Windsurf, OpenCode und Hermes. Du steckst denselben Ordner in jedes dieser Tools, und die Konfiguration greift sofort.
Der entscheidende Unterschied zu tool-spezifischen Konfigurationsdateien: agentic-stack definiert ein einheitliches Format, das alle unterstützten Harnesses verstehen. Du schreibst einmal, nutzt überall.
Wie du eine CLAUDE.md schreibst, die diesen Ansatz gut ergänzt, erklärt dieser Beitrag: CLAUDE.md richtig schreiben: Die 7 Regeln für besseren Kontext
Wie der .agent/-Ordner funktioniert
Die Ordnerstruktur ist bewusst einfach gehalten:
.agent/
├── memory/
│ ├── project-context.md
│ └── tech-decisions.md
├── skills/
│ ├── code-review.md
│ └── deployment.md
└── protocols/
└── git-workflow.md
Jede Datei ist plain Markdown. Kein JSON, kein YAML, keine proprietäre Syntax. Du kannst die Dateien mit jedem Editor lesen und bearbeiten.
In memory/project-context.md beschreibst du das Projekt: Tech-Stack, Architekturentscheidungen, was bereits gebaut wurde. Die KI liest diese Datei beim Start und weiß sofort, womit sie es zu tun hat.
In skills/ sammelst du Anweisungen, die du immer wieder brauchst. Ein Skill für Code-Reviews könnte definieren, worauf du besonders achtest. Ein Deployment-Skill erklärt die notwendigen Schritte für deine Infrastruktur.
protocols/ nimmt komplexere, mehrstufige Abläufe auf. Ein Git-Workflow-Protokoll könnte festhalten, wie du Branches benennst, wann du rebasest und wie Commit-Messages aussehen sollen.
Das Wichtigste: Wenn du das Tool wechselst, gibst du nur den Pfad zu diesem Ordner an. Die Konfiguration wandert mit.
Praxis-Beispiel: Claude Code und agentic-stack
Angenommen, du arbeitest an einem Next.js-Projekt und nutzt Claude Code als primäres Tool. Du hast deinen .agent/-Ordner bereits aufgebaut, mit Projektkontext, Routing-Konventionen und Naming-Regeln.
Jetzt willst du für eine spezifische Aufgabe Cursor ausprobieren, weil dort ein Kollege schon ein Setup hat. Ohne agentic-stack müsstest du alles neu erklären: Wo welche Komponenten liegen, welche Bibliotheken ihr nutzt, welche Muster gelten.
Mit agentic-stack öffnest du das Projekt in Cursor, zeigst auf den .agent/-Ordner, und Cursor liest denselben Kontext wie vorher Claude Code. Die KI kennt dein Projekt bereits.
Das ist besonders nützlich in Teams. Wenn alle Entwickler denselben .agent/-Ordner im Repository haben, beginnt jedes neue Gespräch mit der KI auf demselben Kenntnisstand. Kein wiederholtes Onboarding, keine verlorenen Konventionen.
Ein weiterer Vorteil: Du versionierst den .agent/-Ordner mit Git. Wenn du eine neue Konvention einführst, commitest du die Änderung. Alle im Team nutzen sie ab sofort, egal welches KI-Tool sie verwenden.
Wer sich fragt, ob Claude Code oder Cursor langfristig das bessere Werkzeug ist, findet hier einen ehrlichen Vergleich: Claude Code vs. Cursor: Welches Tool passt zu dir?
Für wen lohnt sich agentic-stack?
Nicht jeder braucht dieses Framework. Wer ausschließlich Claude Code nutzt und keine Pläne hat, das zu ändern, braucht es nicht.
agentic-stack lohnt sich konkret, wenn du regelmäßig zwischen Claude Code, Cursor oder Windsurf wechselst und die wiederholte Einrichtung nervt. Wenn du in einem Team arbeitest und einen gemeinsamen KI-Kontext aufbauen willst. Wenn du bestehende Konfigurationsdateien zentralisieren möchtest, ohne sie für jedes Tool einzeln zu pflegen.
Das Framework ist bewusst nicht komplex. Du brauchst kein zusätzliches Tool, keinen Server, keine Datenbank. Ein Ordner mit Markdown-Dateien, ein Git-Repo, fertig.
Der Aufwand für das initiale Setup liegt realistischerweise bei wenigen Stunden: Ordner anlegen, bestehende Kontextdateien migrieren, Tools konfigurieren. Danach läuft es im Hintergrund, und du merkst es erst, wenn du das Tool wieder wechselst und nichts neu erklären musst.
FAQ
Funktioniert agentic-stack mit Claude Code ohne Anpassungen?
Du konfigurierst den Pfad zum .agent/-Ordner in Claude Code einmalig. Das Framework liest die Dateien automatisch beim Projektstart ein.
Muss ich alle unterstützten Harnesses nutzen?
Nein. Du kannst auch nur mit Claude Code starten und den Ordner später in andere Tools einbinden, wenn du sie ausprobierst. Der Einstieg kostet nichts.
Lässt sich agentic-stack mit einer bestehenden CLAUDE.md kombinieren?
Ja. Du kannst die CLAUDE.md als eine der Memory-Dateien einbinden oder sie separat weiterpflegen. Beide Ansätze funktionieren parallel. Viele Nutzer verwenden die CLAUDE.md für projektspezifische Angaben und den .agent/-Ordner für alles, was tool-übergreifend gelten soll.
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Marcel Porcher, newways.ai